Kornhaus

Die historische Aufnahme zeigt das staatliche Thuner Kornhaus im Bälliz und die Äussere Aare. Das  Gebäude war in die Wehrmauer angebaut, das Flussbett der Äusseren Aare war ursprünglich der zur Stadtmauer gehörende Graben.

Auf der historischen Fotografie (um 1870) ist das mächtige staatliche Thuner Kornhaus im Bälliz an der Äusseren Aare  abgebildet, das nicht mit dem städtischen Kornhaus an der Schwäbisgasse verwechselt werden darf, das heute noch steht. Das staatliche Kornhaus im Bälliz wurde 1696-98 erbaut und 1890 abgerissen. An seiner Stelle wurden 1891 zwei Neubauten erstellt, in welchen zeitweise die Post und die Berner Kantonalbank untergebracht waren. Eines dieser Gebäude steht heute auch nicht mehr, es wurde in den 1970er-Jahren durch den sogenannten Stadthof ersetzt.

Auf der Aufnahme ist gut ersichtlich, dass in der hier abgebildeten Fassade des Kornhauses Teile der ehemaligen Wehrmauer der Stadtbefestigung integriert sind. Es kommt nicht von ungefähr, dass das Kornhaus einen sehr grossen Gebäudekomplex darstellte: in Zeiten von Kriegsereignissen oder von Hungersnöten war es wichtig, genügend Kornvorräte zur Herstellung von Mehl und des täglichen Brotes zur Verfügung zu haben. Als im August 1819 in Thun die Eidgenössische Militärschule eröffnet wurde, diente das Kornhaus zeitweise als Mannschaftskaserne.

Die hier abgebildete Äussere Aare ist ein künstlicher Arm des Flusses. Nachdem 1714 die Kander direkt in den Thunersee abgeleitet worden war, mussten in Thun Massnahmen für bessere Abflussverhältnisse der Aare geschaffen werden. So entstand aus dem Stadtgraben (Wehrgraben) die Äussere Aare, und das Bälliz wurde durch diese Massnahme zur Insel. Bälliz ist übrigens ursprünglich eine ein galloromanische Örtlichkeitsbezeichnung: Bellitio hiess so viel wie Pappelwald.

Stadtmauer und das 1698 erbaute Kornhaus um 1870Stadtmauer und das 1698 erbaute Kornhaus 2014
Stadtmauer und das 1698 erbaute Kornhaus um 1870
Stadtmauer und das 1698 erbaute Kornhaus 2014

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