Marktgasse

Auf der historischen Aufnahme von 1910 wird in der heutigen Marktgasse und auf dem Sternenplatz gerade einer der mehrmals jährlichen Viehmärkte abgehalten. Das Marktrecht war übrigens bis in die Neuzeit der entscheidende ökonomische Vorteil von Städten gegenüber dem Land.

Die historische Fotografie, die um 1910 entstand, zeigt die heutige Marktgasse, auf welcher damals ein sehr reger Marktbetrieb um den städtischen Viehmarkt herrschte. Auf einem alten Stadtplan von 1812/13 ist die Marktgasse übrigens als „Viehmarkt“ bezeichnet.

Viehzucht und Viehhandel waren im Berner Oberland ein wichtiges volkswirtschaftliches Standbein, während der Kornanbau sich vor allem auf das bernische Mittelland beschränkte. Für den Viehhandel stellte Thun den bedeutendsten Viehmarktplatz dar. Das entscheidende Merkmal, das in der Vergangenheit eine Stadt von den Dörfern unterschied, waren die Rechte Märkte durchzuführen. Diese wurden mit der Zeit abgelöst durch kleinere Verkaufsgeschäfte (oft Kolonialwarengeschäfte geheissen) und schliesslich durch Geschäfte von Grossverteilern und Warenhäusern. Diverse Märkte prägten in vergangenen Jahrhunderten das Gepräge der Stadt Thun. Zu erwähnen sind Jahrmärkte, etwa der Herbstmarkt oder der Kalte Markt, aber auch spezielle Märkte, auf welchen diverse Kaufangebote feilgehalten wurden, so beispielsweise der Kornmarkt, Ankenmarkt, Fischmarkt, Schafmarkt, Ziegenmarkt oder der Schweinemarkt. Jeder dieser Märkte hatte einen eigenen besonderen Standort innerhalb der Stadtmauern.

In der Bildmitte ist der Sternenplatz mit dem traditionsreichen Gasthof „Sternen“ zu erkennen. Er musste 1971 einem Warenhaus Platz machen. Aus demselben Grund verschwanden auch im Laufe der Zeit viele andere der attraktiven Altstadthäuser.

Viehmarkt in der Marktgasse um 1910Blick in die Marktgasse 2014
Viehmarkt in der Marktgasse um 1910
Blick in die Marktgasse 2014
Markttag im Bälliz um 1890
Rathausplatz
Viehmarkt Thun

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