Stadtentwicklung

Der Vergleich der topografischen Karte von 1876 (Siegfriedkarte) mit der heutigen Situation zeigt vor allem eines sehr deutlich: in den vergangenen 150 Jahren fand eine rasante Überbauung von Wies-und Ackerland mit Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern, aber auch mit Hochhäusern statt, weshalb sich auch die Bevölkerungszahl in der Stadt Thun stetig erhöhte. Lebten in Thun 1900 rund 10 000 Einwohner, waren es 1950 rund 24 000, wobei nicht vergessen werden darf, dass 1913 die Einwohnergemeinde Goldiwil und 1920 die Einwohnergemeinde Strättligen mit Thun fusionierten. Heute zählt Thun rund 43 000 Einwohner.

Aus der Rossweid (linker Bildrand der Siegfriedkarte) mit einigen wenigen Häusern entstand das heutige grosse Quartier Lerchenfeld. Die Rossweid erinnert daran, dass dem Pferd als Traktionsart  für Fuhrwerke, Kutschen usw. einst eine hervorragende Bedeutung zukam. Thun war zudem bis 1950 Domizil der eidgenössischen Pferderegieanstalt. Auch auf dem Gebiet Lauenen, Göttibach, Hofstetten und Bächimatte sind nur relativ wenige Wohnhäuser auszumachen, während heute das Gebiet fast gänzlich überbaut ist. Gleiches gilt auch für das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Strättligen (Siegfriedkarte unten), die mit ihren Dörfern Gwatt, Schoren, Buchholz und Allmendigen einen durchaus ländlichen Charakter aufwies. Heute ist das Gebiet zu einem grossen Teil überbaut, ja rund die Hälfte der Einwohner der Stadt Thun lebt heute auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Strättligen. Allmendingen war bereits zur Zeit der Galloromanen und der Römer besiedelt, fanden sich doch dort aus jener Zeit bedeutende archäologische Fundgegenstände und Gräber. Um 500 n. Chr. wurde Allmendingen von den Alemannen (Germanen) als Wohnstätte auserkoren. Ein Sippenältester mit Namen Alawand dürfte der Örtlichkeit den Namen gegeben haben. Das Gebiet zwischen Thun und Steffisburg ist auf der alten Karte mit nur wenigen Häusern  bestückt, ganz im Gegenteil zu heute: die beiden Gemeinden nähern sich überbauungsmässig immer mehr an. Nicht überbaut ist bis heute die Thuner Allmend, einst das ungeteilte Weideland der Thuner Bürgerschaft. 1841 wurde die Allmend von der Eidgenossenschaft als Übungsgelände für die eidgenössische Militärschule erworben, welche 1819 in Thun eröffnet worden war.

Stadtgebiet von Thun auf der Siegfriedkarte aus dem Jahr 1876Stadtgebiet von Thun aus der Luft 2013
Stadtgebiet von Thun auf der Siegfriedkarte aus dem Jahr 1876
Stadtgebiet von Thun aus der Luft 2013

Bilder

Kaserne Thun

Laden...