Schloss Thun

Schloss Thun wird auf der Aufnahme von etwa 1890 mit dem neu erbauten Gefängnis und dem dahinter liegenden Gefängniswärterhaus gezeigt. Bis 2006 bleibt der Schlossberg Sitz des bernischen Regierungsstatthalters und Regionalgericht. 2010 geht diese Ära zu Ende und diese Gebäude erhalten eine neue Nutzung.

Das heutige Schloss mit seinen Nebengebäuden war in seinen Ursprüngen eine Burganlage. Im 12. Jahrhundert bestand hier schon ein herrschaftlicher Sitz mit Wohngebäude und Ringmauer. Dies bestätigen die archäologischen Untersuchungen, welche im Rahmen des grossen Umbaus 2013 stattgefunden haben. Nach der wohl nicht ganz friedlichen Übernahme der Anlage durch die Herzöge von Zähringen wurde unter der Herrschaft des Berchtold V. der bis heute intakt erhaltene, imposante Donjon in die bestehende Anlage gebaut. Die Zähringer beabsichtigten jedoch nicht hier zu wohnen, dafür hatten sie in Burgdorf eine Residenz errichtet. Sie wollten mit dem mächtigen Turm in Thun ein Zeichen ihrer Macht auf das Gebiet und die lokalen Handelswege setzen. Der Donjon war nämlich als Wohnsitz untauglich. Auf 14 Meter Höhe befand sich ein einziger Raum, der heute Rittersaal genannt wird. Zu seiner Zeit ein imposanter und furchteinflössender Repräsentationsraum, heute einer der besten erhaltenen Repräsentationssäle des Hochmittelalters. Der Statthalter und Verwalter der Machthaber residierte wahrscheinlich in den jetzt wieder entdeckten Palas ähnlichen Nebenräumen des Neuen Schlosses.

Seit dem 12. Jahrhundert war das Schloss Thun mit seinen Nebengebäuden also Sitz der Thuner Herrschaft und wurde immer wieder den Nutzungen angepasst. Während von den nachfolgenden kyburgischen Grafen praktisch keine Baumassnahmen nachzuweisen sind, erfolgten unter der langen Regierungszeit von Bern bis 2006 viele Umbauten. Dazu zählte später auch das Regionalgericht. Zumindest seit dem 17. Jahrhundert befand sich im Dach des Donjons ein Gefängnis. 1886 errichtete der Kanton nach Protesten über die unhaltbaren Zustände an die Burgmauer das neue Regionalgefängnis Die kreativen historisierenden Zinnen auf der Wehrmauer führten zu Protesten und wurden bald wieder abgebaut. Das auf der historischen Aufnahme ersichtliche kleine Dach mit Kamin bei der Treppe des Donjons gehörte zum Haus des dort wohnenden Gefängniswärters. Er amtierte lange gleichzeitig auch als Billetverkäufer und Wächter des Museums, das 1888 im Donjon eröffnet wurde.

Nach 800 Jahren in öffentlichem Besitz erfolgte 2010 auf dem Schlossberg ein grundlegender Wandel. Die Stadt Thun verkaufte – mit Ausnahme des mächtigen Donjons - die Liegenschaften des ehemaligen Burgareals im Baurecht an den Unternehmer Hans-Ulrich Müller und Besitzer der Schlossberg Thun AG. Nach einer Phase der Stille und einer anschliessenden intensiven Bauphase kehrt nun neues Leben in diesen Gebäuden ein. Ab Mitte des Jahres 2014 eröffnen hier ein neues Konferenz- und Ausbildungszentrum, dazu ein Hotel und Restaurant. Auch das Museum kommt nicht zu kurz und erhält dabei einen adäquaten Eingangsbereich und zusätzliche Ausstellungsräume. Der Schlossberg wird mit diesem abwechslungsreichen Angebot in Zukunft zu einem attraktiven Begegnungsort und Ausflugsziel für Gäste aus Nah und Fern.

Schloss Thun mit Gefängnis um 1890Schloss Thun und Nebengebäude während dem Umbau 2014
Schloss Thun mit Gefängnis um 1890
Schloss Thun und Nebengebäude während dem Umbau 2014

Bilder

Historisches Museum
Schloss Thun
Historisches Museum
Schloss Thun
 

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