Sinnebrücke

Bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts befanden sich die Schiffsländte und der Güterumschlagplatz vor dem Thuner Freienhof. Hier befand sich bis ins 19. Jahrhundert die Zollstelle für alle eintreffenden Waren. Seit dem Kanderdurchstich von 1713 führte der enge Ablauf des Thunersees immer wieder zu Hochwassern in der Stadt.

Das idyllische Bild zeigt das Gebiet um die Sinnebrücke um 1863. Links steht bis heute „der Freienhof“, jetzt ein Geschäfts- und Hotelkomplex, der 1957 abgebrochen und neu errichtet worden war. Der Freienhof wird 1308 zum ersten Mal als Thuner Sust, also als städtischer Güterumschlagplatz und Zollstelle erwähnt. Lange Zeit war die Sinnebrücke der einzige Flussübergang in Thun. Rechts steht das imposante ehemalige Zunfthaus zu Oberherren. Davor der Pulverturm als Teil der Wehranlage, der 1894 abgebrochen wurde.

Seit dem Kanderdurchstich von 1713 ergiesst sich das ganze Wasser der Kander in den Thunersee und führte bis in neueste Zeit immer wieder zu Überschwemmungen in der Stadt. Die Aare als einziger Seeabfluss verwandelte sich wegen des grösseren Wasservolumens seither zeitweise immer wieder zu einem reissenden Strom. Allein zwischen 1714 und 1721 wurde Thun sechsmal überflutet. 1721 stürzen die unterspülte Sinnebrücke und das rechts davon befindliche Haus zu Oberherren ein. Um dem Wasser einen Weg zu bahnen, ergriff man immer wieder neue Massnahmen. So wurde 1725 der Stadtgraben zum zukünftigen Hauptarm der Aare, der Äusseren Aare, umfunktioniert. Dies zog allerdings den Bau neuer Brücken über diesen alternativen Flussarm wurden nach sich, denn das Bälliz war zu einer Insel geworden.

Hochwasser bedrohten die Stadt aber weiterhin. Zwischen 1869 und 2005 wurde die Hochwassergrenze von 558.30 m über 40 Mal überschritten. Allein in den beiden Hochwasserjahren 1999 und 2005 wurden seitens der Gebäudeversicherung Bern  für Hochwasserschäden in der Freienhofgasse und Oberen Hauptgasse insgesamt 2.6 Millionen Schweizer Franken Versicherungsleistungen ausbezahlt.

Als neueste Massnahme erfolgte 2008 die Eröffnung des Entlastungstollens. Er soll zu einer nachhaltigen Entspannung der Situation führen, wenngleich bei Jahrhunderthochwassern eine erneute Überschwemmung Thuns nicht ganz ausgeschlossen werden kann.

Sinnebrücke, Schiffländte und Pulverturm um 1863Blick Richtung Sinnebrücke 2014
Sinnebrücke, Schiffländte und Pulverturm um 1863
Blick Richtung Sinnebrücke 2014

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